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. 31. Epilog
. .
Abschließend noch einige Anmerkungen:

1. AUFWAND UND WIRKUNG

Der bisherige Zeitaufwand für dieses Bild beträgt, wie schon einmal erwähnt, etwa 800 Stunden. Nicht enthalten sind hierin die Zeit zur Erstellung dieser Dokumentation. Die meiste Zeit verschlang die Herstellung der einzelnen, modifizierten Parkett-Steine (siehe Tafeln 1 bis 5).(Achtung! Link öffnet im neuen Fenster)

Die angewandte Distorsion war dagegen eine Angelegenheit einiger Handgriffe. Allerdings war ich gezwungen, den Rechner hierfür auf 1GB RAM aufzurüsten. Unterhalb dieser Leistung konnte dieser Arbeits-Schritt (bei 300 DPI) nicht durchgeführt werden.

2. DAS VERBORGENE

Vor einigen Jahren stellte ich eines meiner Bilder bei einer Gemeinschaftsaustellung aus. Eine Besucherin entdeckte, daß mein Bild ein Stereogramm ist.

Als Stereogramm bezeichnet man ein dreidimensionales Bild. Dieses entsteht in unserem Gehirn folgendermaßen: Legt man zwei Bilder nebeneinander, die nur geringfügig von einander abweichen und betrachtet diese stereoskopisch, entsteht ein einziges dreidimensionales Bild.

Etwas verblüfft und ungläubig untersuchte ich dieses Phänomen und stellte fest, daß ein reguläres Parkett, dessen Parkettsteine sich periodisch verändern, ein Streogramm ergeben. Auch das hier beschriebene Bild "Schwan - von der Linie zur Flaeche" (Achtung! Link öffnet im neuen Fenster) ist ein Stereogramm. Sieht man längere Zeit durch das Bild hindurch, stellt sich die Dreidimensionalität ein.

Dieser Effekt war nicht geplant und bisher wandte ich mich den sich hieraus eröffnenden Möglichkeiten nicht zu. Die stereoskopische Eigenschaft scheint mir aber erwähnenswert.

3. UEBERSICHT

Ich verehre den weiter vorne bereits erwähnten niederländischen Graphiker M.C. Escher. Von der ersten, schockartigen Begegnung mit seinem Werk in den späten 60ger Jahren bin ich heute noch bewegt. Seine Arbeiten lenkten meine Aufmerksamkeit auf zwei graphische Bereiche:

a. Regulaere Parkettierung
b. Perspektive

Im späteren Werk Eschers dominiert die räumliche Darstellung auf einer Fläche und die hieraus resultierenden möglichen "unmöglichen" Objekte, die wir beispielsweise in der Lithographie "Wasserfall" aus dem Jahr 1961 antreffen. Dieser zweite hier gestreifte Bereich aus Eschers Werk wirkte auf mich mit gleicher Wucht wie die reguläre Parkettierung.

Durch Escher angestoßen, fand ich Mitte der neunziger Jahre Zeit, die Grundlagen regulärer Parkettierung zu studieren. Das vorne erwähnte Buch von Bigalke/Wippermann (Achtung! Link öffnet im neuen Fenster) schien auf mich gewartet zu haben und mit seiner Hilfe kam ich schnell mit dieser nicht ganz einfachen Materie soweit zurecht, wie es meine Arbeit zeigt. Anfangs veranschlagte ich 5 Jahre für die Beschäftigung mit der regulären Parkettierung und 5 Jahre plante ich der "unmöglichen" Perspektive zu widmen.

Es gab viel zu entdecken, so daß die Zeit schneller lief, als angenommen. Eine gewisse Harmonie ergibt sich hinsichtlich der parallelen technischen Entwicklung. Das hier beschriebene Bild war vor wenigen Jahren digital noch nicht herzustellen - nicht zu, für meine Verhältnisse, vertretbaren Kosten.

Ich werde das Bild "Schwan - von der Linie zur Fläche" nun beiseite legen und mich in die Verbindung des regulären Parketts mit fraktaler Geometrie vertiefen.
Nachdem ich mich dort umgesehen, warten ein noch schnellerer Rechner und ausgereifte 3D-Programme auf mich. Dann will ich die wundersame Welt der virtuellen Realität betreten, meinen Schwänen beim Abflug helfen und sie landend mit der Oberfläche einer Kugel verschmelzen, entsprechend meine Skizze
"Schwan - von der Linie zur Fläche, von der Fläche zum Raum".

Starnberg, im Frühjahr 2003
Andreas Chowanetz

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